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GroßspuLig 16mm

Im Fernsehen stört mich die Werbung beim Filmgenuss schon ziemlich. Ein Aktwechsel im Heimkino ist damit zwar nicht vergleichbar – trotzdem möchte ich mir (Spiel-)filme am liebsten ohne Unterbrechung ansehen. Für den Schmalfilmbereich gibt es dafür im Prinzip zwei Möglichkeiten.

Im Überblendverfahren  wird – wie lange Zeit auch im Kino – zwischen  zwei Projektoren hin und her geschaltet. Optimalerweise handelt es sich um Projektoren gleichen Typs und mit gleicher Optik. Dann ist es am einfachsten diese so auszurichten, dass beide ein deckungsgleiches Bild auf die Leinwand werfen. Für manche Projektoren (z.B. Bauer P8 T400) gibt es für das Verfahren  sogar spezielle Überblendeinrichtungen.  Mit diesen kann der eine Projektor gestoppt und der andere Projektor gestartet werden. Gleichzeitig wird auch das Tonsignal umgeschaltet.  Ohne diese spezielle Überblendeinrichtung erfolgen Start und Stopp des jeweiligen Projektors ganz gewöhnlich  manuell. Dabei würde ich dann den Einsatz von einem Lautsprecher je Projektor empfehlen. Mit etwas Übung ist der Aktwechsel dann "fast gar nicht" zu bemerken.

Vorteil dieses Verfahrens ist sicherlich, dass die Akte nicht gekoppelt werden. So bleiben  Start- und Endbänder  mit dem eigentlichen Film weiterhin zusammen. Die einzelnen Akte könne nach dem Rückspulen einfach wieder in ihre Dose gelegt werden.

Möchte man keinen zweiten Projektor verwenden müssen die Akte gekoppelt werden und auf eine Spule entsprechender Größe umgespult werden. So kann auch der Vorführer den Film voll und ganz genießen.  Die Qualität der Aktwechsel ist “nur“ vom ordentlichen Schneiden und Kleben des Films im Vorfeld abhängig. Das Schneiden /  Kleben  ist aber auch der große Nachteil dieses Verfahrens. Wenn die Akte unterbrechungsfrei aneinander geschnitten werden,  entstehen durch häufiges koppeln und wieder trennen Bildverluste. Dies kann man nur durch gekoppelte Lagerung oder einer entsprechenden “Reserve beim koppeln“, die dann leider auch bei der Vorführung sichtbar ist,  umgehen.

Hat man diese Gewissensfragen für sich beantwortet – und sich für eine Kopplung der Akte entschieden, hat man gleich wieder ein Problem. Die meisten 16mm Projektoren können nur Spulen bis zu einem Fassungsvermögen von 600m ( was bei Spielfilmen somit auch die Grenze für einen Akt darstellt ) aufnehmen. Somit kann man die großen Spulen, die man bei einer Aktkoppelung verwenden muss, meist gar nicht so einfach vorführen.

Im transportablen Bereich ist die Bauer Selecton II W Maschine, im stationären Bereich die Bauer Selecton II O, für Spulen bis 1500m ausgelegt. Mit diesen Maschinen ist man ziemlich gut für die Spielfilmvorführung gewappnet.

Für einige Projektoren ( die Bauer P-Serie oder Siemens 2000 ) gibt es Spulenarmverlängern, wodurch dann  auch Spulen mit einem Fassungsvermögen von 1200m verwendet werden können.  Das reicht für die meisten Spielfilme. Allerdings belasten diese Verlängerungen durchaus die Antriebsmechanik des Projektors. Unabhängig vom Projektortyp wird man mit einer zusätzlichen Langlaufeinrichtungen bzw. Spulenturm.  Mein persönlicher Favorit ist die Eiki Long play unit. Dieser Spulenturm kann trotz seiner sehr kompakten Bauform Spulen bis zu einem Fassungsvermögen von 1800m aufnehmen.

Da Spulen bis 600m massenhaft produziert / genutzt werden sind diese einfach und relativ günstig zu bekommen. Ganz anders sieht das bei den großen Spulen aus. Eigentlich braucht man ja auch nur 2 – denn in den wenigsten Fällen wird man die gekoppelten Filme archivieren. Oder doch ??  Die Gewissensfrage bleibt.  Ich hatte mal das Glück einige Spulen mit einem Ø von 500 mm (Kern Ø130 mm) zu ergattern. Darauf passen ca. 1100 Meter* Film, was 100 Minuten Laufzeit entspricht. Spielfilme die man sich öfter ansieht, und die in dieses Zeitfenster passen, lasse ich sehr gerne auf diesen Spulen. Denn dafür habe ich auch entsprechende Dosen, die eine Lagerung aus meiner Sicht erst möglich machen.

Zwei Spulen mit einem  Ø von  520 mm (Kern Ø127 mm), was knapp 1400m* entspricht, nutze ich immer im Bedarfsfall – davon eine eigentlich immer als Auffangspule. Filme mit entsprechender Länge trenne ich nach der Vorführung wieder – und ich gebe zu, ich gönne mir beim Koppeln ein paar Reservebilder und nehme den nicht ganz perfekten Übergang bewusst in kauf.

 

 

Schon ziemlich lange hängen bei mir im Flur zwei knallrote – sehr große – Drahtspulen. Immer nur als Deko. Mit einem  Ø 620 mm und einem Kern Ø195 mm machen sie schon was her. Allerdings haben sie eine Kernbohrung von Ø12 mm und sind dadurch weder für die Projektoren oder eine Langlaufeinrichtung noch für einen Umroller zu verwenden. Wofür sie so konzipiert wurden sind  habe ich noch nicht herausgefunden  - aber man sieht sie auch des Öfteren bei Ebay. Mit 19€ für 2 Stück kann man doch mal einen “Umbau“ versuchen……..

 

 

 

 

Zunächst hielt eine kleine Spule als Teileträger her, da nicht nur der Kernbohrungsdurchmesser verjüngt, sondern auch  zur bessern Kraftübertragung die quadratische Ausformung hergestellt werden musste.

 

 

 

Ein Herausbrechen gestaltete sich tatsächlich schwieriger als gedacht – die Platte sollte ja nicht verbogen werden. Letztendlich habe ich sie mit einem Drehmel vorsichtig aus dem Kunststoff heraus geflext.  Dann habe mich mir mit einer Filzstiftkappe eine Zentriervorrichtung durch den Spulenkern geschafften. Anschließend das Plättchen abgezeichnet und den Spulenlack weggeschliffen. Denn ich wollte Metall auf Metall kleben.

 

                                  

                             

 Von  KWIK JB WELD KLEBER, welcher kleben soll wie geschweißt, hatte ich schon mehrfach tolles gehört.  Mit einer Zugfestigkeit von 148 kg/cm² sollte er sich beweisen. Diesen Kleber gibt es in einer langsam abbindenden oder in einer 4 Minuten Version.

Genutzt habe ich die schnell abbindende Form. Also die beiden Komponenten des Klebers vermischt, die Spule dünn bestrichen und dann das Plättchen über die Zentrierspitze aufgepresst. Kontrolle – passt. Zur Sicherheit mal zeitgleich eine weitere Probeklebung durchgeführt.  Der Kleber verspricht nach 20 Minuten voll belastbar zu sein. Das haut nicht hin, aber über Nacht waren die Probe und das Plättchen bombenfest. Also bis auf die Zeit wird da nicht zu viel versprochen. 

 

                                        

 

Jetzt musste ich mir Gedanken machen, wie ich mit dem Rest des Kernlochs umgehen wollte. Währen die Aufnahmedorne immer durchgängig quadratisch  (8x8mm) ausgeführt, könnte man beidseitig ein Plättchen verkleben und fertig. Bei meinen Umrollern und der Eiki long play unit sind die Aufnahmedorne nach wenigen mm rund, mit einem  Ø von 8 mm, ausgeführt. Bei beidseitiger punktueller Führung über aufgeklebte Plättchen würde die Spule nicht ausreichend geführt und damit, gerade beim Umspulen, sehr instabil. Daher beließ ich es bei einer einseitigen Aufklebung der Plättchen und nutze erst einmal wieder eine Filzstiftkappe um die Spulen besser auf dem Dorn zu zentrieren. Bei Conrad habe ich nach kurzer Suche  eine ideale Lösung in Form einer Hülse gefunden (UBC Bearing HK-Nadellager HK 0808 Bohrungs-Durchmesser 8 mm Außen-Durchmesser 12 mm  Best.-Nr.: 197843-62 1,55€/Stück). Davon passen 2 hintereinander in die Kernbohrung der Spule und es bleibt trotzdem genug Platz für die quadratische Ausformung des Dorns. Eigentlich könnte man die Hülsen nur eingesteckt lassen, aber ich habe sie dann mit dem Superkleber fixiert. So muss man nicht suchen wenn sie gebraucht werden .

 

          

 

 

 

 

 

 

Noch ein bisschen mit Farbe aufgehübscht – fertig.

 

 

Durch den relativ großen Kern dieser Drahtspulen musste jetzt nur noch die Aufnahmekapazität herausgefunden werden. Kann man bestimmt errechnen, ich nicht. Also einfach durch umspulen von bekannten Filmlängen im Versuch ermitteln. Gut 1700 Meter* passen auf die Drahtspule, also rund 2 ½ Stunden ununterbrochener Film. Damit kann ich mich jetzt an Independence Day (2h18min – 1515 m) heranwagen.  Ok, für die “10 Gebote“, “Ben Hur“ oder ähnliche Monumentalfilme reicht es natürlich noch lange nicht, aber hier gehört ja eigentlich eine Pause generell dazu.

Erstaunlich ist das Gewicht der vollen Spule. Auch die Fliehkräfte beim Umspulen sollten nicht unterschätzt werden.  Ganz außen passen werden 1,94m Film bei einer  Umdrehung auf die Drahtspule  aufgenommen. Für eine normal 600m Spule am Ende bedeutet dies dann knappe 5 Umdrehungen.

 

                           

Also nicht so schnell beim Umrollen .

 

 

Imposant sieht das Ganze dann schon aus – jetzt steht einem ununterbrochenen Filmgenuss nichts mehr im Weg.

 

                                                     

 

 

 

 

 

Beim der Recherche zu Spulengrößen bin ich auf die Firma Winkel ( im Web unter  http://www.filmpack-gmbh.de )  gestoßen. Diese stellt auf Anfrage Spulen für 16mm Filme mit einem Fassungsvermögen von bis 1800m her. 

 

Die Angaben * sind meine Erfahrungen und natürlich davon abhängig wie straff der Film aufgewickelt wird und wie weit man sich an den Spulenrand heran traut.

 

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Stand: 21. Oktober 2017